Ein Allround-Board ist das Brett, das man kauft, wenn man noch nicht weiß, was man später damit machen will. Breit genug zum sicheren Stehen, lang genug für eine Runde über den See, und stabil genug, dass ein Kind oder ein Hund mit drauf passt.
Genau deshalb ist die Auswahl unübersichtlich: Fast jeder Hersteller nennt sein Einsteigerboard einen Allrounder. Die Unterschiede stecken nicht im Namen, sondern in drei Zahlen (Breite, Dicke und zulässige Zuladung) und darin, was im Karton liegt.
Wir haben die aktuell lieferbaren Allround-Boards gegenübergestellt und uns dabei auf Modelle beschränkt, die man heute tatsächlich bestellen kann und die von einem Hersteller mit Ersatzteilversorgung stammen.
Die Top 3 auf einen Blick
Alle Boards im Vergleich
| Board | Maße | Zuladung | Besonderheit | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Bluefin Cruise 10'8Testsieger | 325 x 82 x 15 cm | bis rund 100 kg Fahrergewicht | ESL-Konstruktion, 5 Jahre Garantie, US-Box-Finne | €€€ |
| Aqua Marina Fusion 10'10Preis-Leistung | 330 cm, 15 cm dick | keine Herstellerangabe | rundes Heck, Sitz-D-Ring, Bungee-Gurt | €€ |
| Aqua Marina Beast 320Für schwerere Fahrer | 320 cm | keine Herstellerangabe | Double Stringer, mehr Steifigkeit, Kick-Pad | €€ |
| F2 Sector 10'5Deutsche Marke | 10'5 Fuß, 6 Zoll dick | keine Herstellerangabe | Dropstitch, Diamond-Pad, Zusatzgriffe | € |
| ALPIDEX SUP 320Günstigster Einstieg | 320 x 76 x 15 cm | 200 kg | drei Finnen, Packmaß 88 x 38 x 29 cm | € |
| Aqua Marina Pure Air CoastLeichtestes Board | 310 x 79 x 15 cm | 110 kg | 7,6 kg Boardgewicht, 300 l Volumen | € |
| Bluemarina Ariki 325Längste Garantie | 325 cm | 140 kg | fünf Jahre Garantie, Doppelhubpumpe im Set | € |
Die Boards im Einzelnen
- Maße325 x 82 x 15 cm
- Fahrergewichtbis rund 100 kg
- FinneUS-Box, wechselbar
- Garantie5 Jahre
Geeignet für: Alle, die ein Board für die nächsten Jahre kaufen und nicht nach zwei Sommern nachrüsten wollen
Das Cruise ist seit Jahren das Board, an dem sich die Einsteigerklasse messen lassen muss. Bluefin baut es in der sogenannten ESL-Konstruktion, bei der die äußere Lage mit dem Dropstitch-Kern verschmolzen statt verklebt wird. Das Ergebnis ist ein Brett, das sich steifer anfühlt als der Preis vermuten lässt und trotzdem tragbar bleibt.
Im Karton liegt alles, was für die erste Ausfahrt nötig ist: Paddel, Leash, Pumpe, Rucksack, wasserdichte Handytasche. Das klingt selbstverständlich, ist es in dieser Klasse aber nicht, und es erspart eine Nachbestellung.
Das große Deckpad ist der eigentliche Alltagsvorteil. Es reicht weit nach hinten, sodass ein zweiter Mitfahrer oder ein Hund Platz findet, ohne dass man selbst nach vorne rutschen muss. Die US-Box-Finne ist der zweite: Geht sie verloren, findet man Ersatz in jedem Surfshop, statt beim Hersteller anfragen zu müssen.
Bleibt der Preis. Das Cruise liegt ungefähr beim Doppelten eines No-Name-Boards. Die 325 mal 82 Zentimeter tragen Fahrer bis rund 100 Kilogramm zuverlässig; wer schwerer ist oder regelmäßig Gepäck und Hund mitnimmt, fährt mit dem 12-Fuß-Modell derselben Serie besser. Beim Boardgewicht lohnt der Blick auf die Generation: Die aktuelle Evolution-Bauweise gibt Bluefin mit gut 9 Kilogramm an, die ältere Fusion-Version desselben Shapes wog in unserer Messung knapp 11.
Spricht dafür
- Steife ESL-Bauweise
- Komplettes Set inklusive wasserdichter Handytasche
- Fünf Jahre Garantie
- Finne passt auf gängige Ersatzfinnen
Spricht dagegen
- Deutlich teurer als die Einsteigerklasse
- Ab etwa 110 kg Fahrergewicht wird das längere 12-Fuß-Modell zur besseren Wahl
- Länge330 cm
- Dicke15 cm
- BauartAllround
- ZubehörSitz-D-Ring vorhanden
Geeignet für: Einsteiger, die später einen Kajaksitz nachrüsten wollen
Aqua Marina ist die Marke, die man in Deutschland am häufigsten am Seeufer sieht, und das Fusion ist ihr Allrounder. Die aktuelle Fassung hat ein runder ausgeformtes Heck bekommen, was sich beim Umdrehen und beim Aussteigen bemerkbar macht: Das Brett kippt weniger schnell weg, wenn man nach hinten tritt.
Der Sitz-D-Ring ist der Grund, warum das Fusion in dieser Liste vor dem Beast steht. Er ist ab Werk verbaut, und damit lässt sich das Board mit einem später gekauften Kajaksitz in ein Sitzboot verwandeln. Wer ahnt, dass er irgendwann lieber sitzen als stehen möchte, kauft sich diese Option hier mit.
Das Deckpad ist geriffelt statt glatt, was bei Nässe spürbar mehr Halt gibt als die glatten EVA-Matten der Billigklasse. Der Bungee-Gurt vorne hält Rucksack oder Trockentasche fest, ohne dass man Zurrgurte nachrüsten muss.
Was fehlt, ist eine Zuladungsangabe. Aqua Marina nennt sie in den Angebotsdaten nicht, und wir tragen hier keine Zahl ein, die wir nicht belegen können. Für Fahrer bis etwa 90 Kilogramm ist ein 330er Allrounder erfahrungsgemäß unkritisch, darüber lohnt der Blick auf ein längeres Modell.
Spricht dafür
- Rundes Heck, dadurch kippstabiler
- Sitz-D-Ring ab Werk
- Großes geriffeltes Deckpad
- Deutlich günstiger als der Testsieger
Spricht dagegen
- Keine Angabe zur zulässigen Zuladung
- Kajaksitz kostet extra
- Länge320 cm
- BauartAllround
- VerstärkungDouble Stringer
- ExtrasKick-Pad, Sitz-D-Ring
Geeignet für: Kräftigere Fahrer und alle, die ein steiferes Brett wollen
Das Beast ist der kräftigere Bruder des Fusion. Aqua Marina verbaut hier zwei Verstärkungsbänder statt einem. Das merkt man vor allem dann, wenn das Board Gewicht tragen muss: Ein durchhängendes Brett kostet Tempo und Standgefühl, und genau das passiert hier später.
Der zweite Unterschied ist das Kick-Pad am Heck. Es ist die erhöhte Kante, gegen die man den hinteren Fuß setzt, um das Board um die eigene Achse zu drehen. Auf einem Allrounder ist das kein Rennsportmerkmal, sondern schlicht praktisch, wenn man in einer engen Bucht wenden will.
Mit 320 Zentimetern ist das Beast kürzer als das Fusion. Auf längeren Strecken zahlt man das mit etwas mehr Paddelarbeit, dafür ist es an Land handlicher und passt in einen kleineren Kofferraum.
Spricht dafür
- Double Stringer hält das Board unter Last steif
- Kick-Pad am Heck für engere Wenden
- Deckpad aus recyceltem Material
- Sitz-D-Ring vorhanden
Spricht dagegen
- Kürzer als das Fusion, dadurch etwas langsamer
- Keine Angabe zur zulässigen Zuladung
- Länge10'5 Fuß
- MaterialDropstitch, 6 Zoll
- AusstattungBungee-Seile, Diamond-Pad
- BaujahrModell 2024
Geeignet für: Wer bei einer eingeführten Marke bleiben will, ohne den Aufpreis für Bluefin zu zahlen
F2 ist eine der wenigen Marken in dieser Preisklasse, die man auch im Sportfachhandel findet, und das ist mehr wert als es klingt: Bei einem Garantiefall hat man einen Ansprechpartner in Deutschland statt eines Marktplatzhändlers.
Das Sector ist bewusst schlicht gehalten. Dropstitch-Kern, Bungee-Seile vorne, ein geschnittenes Diamond-Pad als Standfläche, zusätzliche Griffe an den Seiten. Keine Spielereien, aber auch keine offensichtliche Schwachstelle.
Die Angebotsdaten sind allerdings ausgesprochen dünn. F2 nennt weder Breite noch Gewicht noch Zuladung. Wer diese Zahlen vor dem Kauf braucht, etwa weil er nah an der Belastungsgrenze liegt, sollte sie beim Händler erfragen, statt sich auf Angaben aus dritter Hand zu verlassen.
Spricht dafür
- Etablierte Marke mit Händlernetz
- Reißfeste Bungee-Seile
- Zusätzliche Griffe für den Transport
Spricht dagegen
- Sehr knappe Herstellerangaben
- Kein Kick-Pad, kein Sitz-D-Ring
- Maße320 x 76 x 15 cm
- Zuladung200 kg
- Finnen1 Mittelfinne, 2 Seitenfinnen
- Packmaß88 x 38 x 29 cm
Geeignet für: Den ersten Sommer ausprobieren, ohne viel Geld zu binden
Das ALPIDEX ist das einzige Board dieser Liste, bei dem der Hersteller die zulässige Zuladung überhaupt nennt, und mit 200 Kilogramm liegt sie hoch. Das ist bemerkenswert, weil ausgerechnet die teureren Marken diese Zahl gerne verschweigen.
Mit 76 Zentimetern ist es zugleich das schmalste Brett im Vergleich. Schmaler heißt schneller, aber auch wackliger, und für den allerersten Versuch auf dem Wasser ist das eher ein Nachteil. Wer schon einmal auf einem SUP stand, kommt damit gut zurecht.
Im Set liegen Rucksack, Doppelhubpumpe, dreiteiliges Aluminiumpaddel, Leash und Reparaturkit. Das Paddel ist der Punkt, an dem man den Preis merkt: Aluminium ist schwerer als Carbon, und nach zwei Stunden Paddeln spürt man den Unterschied im Schultergürtel. Nachrüsten ist jederzeit möglich.
Ehrlich bleiben muss man beim Gewicht: 13 Kilogramm inklusive Zubehör sind kein Leichtgewicht. Für den Weg vom Parkplatz zum Ufer ist das machbar, für einen längeren Fußmarsch nicht.
Spricht dafür
- Einzige Auswahl mit belegter 200-kg-Zuladung
- Drei Finnen, davon eine herausnehmbar
- Komplettset inklusive Reparaturkit
- Kleines Packmaß
Spricht dagegen
- 13 kg mit Zubehör, das ist kein Leichtgewicht
- Aluminiumpaddel statt Carbon
- 76 cm ist die schmalste Breite im Feld
- Maße310 x 79 x 15 cm
- Boardgewicht7,6 kg
- Volumen300 l
- Zuladung110 kg
Geeignet für: Wer das Board allein tragen und ohne Auto ans Wasser kommen will
Das Pure Air Coast ist das Gegenstück zum ALPIDEX: kein Lastesel, sondern das Board für Leute, die es tragen müssen. 7,6 Kilogramm sind knapp die Hälfte, und das entscheidet oft darüber, ob man spontan losfährt oder das Brett im Keller lässt.
Angenehm ist, dass Aqua Marina hier ausnahmsweise alle Zahlen nennt: Volumen, Gewicht und Nutzlast stehen in der Produktbeschreibung. Damit kann man selbst ausrechnen, ob es passt, statt raten zu müssen.
Die 110 Kilogramm Zuladung sind die Kehrseite. Sie meinen Fahrer plus Ausrüstung, und wer bei 95 Kilogramm liegt und noch eine Kühltasche mitnimmt, ist an der Grenze. Für leichtere Fahrer ist das Board dagegen die eleganteste Lösung im Feld.
Spricht dafür
- Mit 7,6 kg das leichteste Board im Vergleich
- Vollständige Herstellerangaben
- 79 cm Breite, gut für Einsteiger
Spricht dagegen
- 110 kg Zuladung ist die niedrigste im Feld
- Zum Prüfzeitpunkt nur wenige Stück am Lager
- Länge325 cm
- Zuladung140 kg
- Garantie5 Jahre
- LieferumfangKomplettset mit Doppelhubpumpe
Geeignet für: Wer eine lange Garantie will und nicht auf eine bestimmte Marke festgelegt ist
Bluemarina wirbt offensiv mit fünf Jahren Garantie, und das ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich. Üblich sind zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung und sonst nichts.
Die 140 Kilogramm Zuladung sind angegeben und liegen damit im brauchbaren Bereich für einen Erwachsenen mit Gepäck oder für Erwachsener plus Kind. Breite und Boardgewicht nennt der Hersteller dagegen nicht.
Der Vorbehalt ist derselbe wie bei allen Marken ohne Fachhandelspräsenz: Eine lange Garantie ist nur so viel wert wie die Firma, die dahintersteht. Wer darauf Wert legt, ist mit Bluefin oder F2 besser aufgehoben, zahlt dafür aber mehr.
Spricht dafür
- Fünf Jahre Garantie
- 140 kg Zuladung ausdrücklich angegeben
- Komplettset mit Doppelhubpumpe
Spricht dagegen
- Marke im Fachhandel kaum vertreten
- Keine Angabe zu Breite und Gewicht
Welches Board für welchen Zweck
Ratgeber: Das richtige Allround SUP Board kaufen
Bauform: Der Allrounder hat eine stark abgerundete Nose. Damit wird er nicht besonders schnell, dafür kippt er weniger. Die Standfläche ist breit gehalten, eine lange Mittelfinne verstärkt die Spurtreue. Genau diese Kombination macht ihn für Anfänger geeignet.
Länge: Übliche Allrounder liegen zwischen neun und elf Fuß, also etwa 290 bis 335 Zentimeter. Kürzer wird es nur bei Kinderboards und bei Brettern fürs Wellenreiten, wo ein kleines Drehmoment gewollt ist.
Breite: Rund 81 Zentimeter, also 32 Zoll, sind der Normalfall. Jeder Zentimeter weniger bringt Tempo und kostet Standfestigkeit. Unter 78 Zentimetern sollte man schon einmal auf einem Board gestanden haben.
Zuladung: Sie ist die wichtigste Zahl und zugleich die, die am häufigsten fehlt. Sie sollte deutlich über dem eigenen Gewicht liegen, denn Gepäck, Hund oder ein Kind kommen dazu. Ein Board an seiner Lastgrenze hängt in der Mitte durch und fährt sich zäh.
Lieferumfang: Für die erste Ausfahrt braucht es Paddel, Leash, Pumpe und Reparaturset. Fehlt eines davon, muss man nachkaufen. Eine wasserdichte Handytasche ist ein nettes Extra, kein Kaufgrund.
Finnensystem: Eine US-Box-Finne ist Standard im Surfbedarf, Ersatz bekommt man überall. Proprietäre Steckfinnen muss man beim Hersteller nachkaufen, und wenn der die Serie eingestellt hat, wird es unangenehm.
Häufige Fragen
Wie viel Zuladung braucht ein Allround-Board wirklich?
Faustregel: eigenes Gewicht plus mindestens 30 Kilogramm. Das deckt Paddel, Rucksack, Getränke und einen kleinen Mitfahrer ab. Wer genau an der Herstellergrenze paddelt, merkt es daran, dass das Board in der Mitte durchhängt und deutlich mehr Kraft kostet.Reicht ein Aluminiumpaddel oder muss es Carbon sein?
Für die ersten Ausfahrten reicht Aluminium. Der Unterschied wird ab etwa zwei Stunden am Stück spürbar, weil ein Carbonpaddel je nach Modell mehrere hundert Gramm leichter ist und man dieses Gewicht bei jedem Zug anhebt. Nachrüsten ist jederzeit möglich, das Board muss man dafür nicht tauschen.Was bedeutet die Angabe 15 cm Dicke?
Sie beschreibt die Höhe des aufgeblasenen Boards. 15 Zentimeter, also 6 Zoll, sind der heutige Standard und sorgen dafür, dass das Brett unter Last steif bleibt. Ältere oder sehr günstige Boards mit 10 Zentimetern hängen bei schwereren Fahrern deutlich durch.Kann man ein Allround-Board zu zweit fahren?
Kurzzeitig ja, dauerhaft nur, wenn die Zuladung stimmt und das Board mindestens 320 Zentimeter lang ist. Bequem wird es erst auf einem ausgewiesenen Tandem-Board. Für Erwachsener plus Kind reicht ein großer Allrounder wie das Beast oder das Fusion.Wie lange hält ein aufblasbares SUP-Board?
Bei sachgemäßer Lagerung, also trocken und nicht dauerhaft prall aufgepumpt in der Sonne, sind fünf bis zehn Jahre üblich. Die Schwachstelle ist selten das Material, sondern das Ventil. Es sollte einmal pro Saison mit dem beiliegenden Schlüssel nachgezogen werden.Fazit
Das Allround-Board ist der richtige Kauf für alle, die entspannt auf ruhigem Wasser unterwegs sein wollen, gelegentlich jemanden mitnehmen und keine Rennen fahren. Es verzeiht Fehler, es ist schnell aufgebaut, und es passt in jeden Kofferraum.
Wer nur ausprobieren will, nimmt das ALPIDEX und bindet wenig Geld. Wer weiß, dass er dabeibleibt, kauft das Bluefin Cruise und spart sich den zweiten Kauf in drei Jahren. Alles dazwischen deckt Aqua Marina ab, je nachdem ob Gewicht, Steifigkeit oder der Kajaksitz die wichtigere Rolle spielt.







