Das Bluefin Cruise 10’8 ist ein aufblasbares Allround-SUP des britischen Herstellers Bluefin: 325 Zentimeter lang, 83,5 Zentimeter breit, 15 Zentimeter dick, 12,6 Kilogramm schwer und für bis zu 130 Kilogramm zugelassen. Wer ein noch leichteres Modell aus derselben Serie sucht, findet es in unserem Test des Bluefin Cruise Light.
Das prägende Merkmal ist die Steifigkeit. Die Hülle hält im Test bis zu 28 psi aus, empfohlen sind 15 bis 18 psi. Die meisten Allround-Boards werden mit 12 bis 15 psi gefahren und geben bei diesen Werten längst nach.
Wir haben das Board selbst gepaddelt, aufgepumpt, im Rucksack getragen und das komplette Zubehör durchgesehen. Die Bilder in diesem Beitrag stammen aus unserem eigenen Test.
Für Einsteiger, die nicht nach einem Jahr aufrüsten wollen, und für Fortgeschrittene, die von einem billigen Board umsteigen. Wer preislich noch etwas darunter bleiben will, sollte sich auch unseren Test des Freein SUP Boards ansehen.
Spricht dafür
- Außergewöhnlich steif, die Hülle hält bis 28 psi
- Vollständiges Set mit Paddel, Pumpe, Leash, Kajaksitz und Rucksack
- Fünf Jahre Herstellergarantie
- Fiberglas-Paddel statt des üblichen Alu-Paddels
- Zweites Paddelblatt macht daraus ein Doppelpaddel
- Kickpad am Heck für Drehungen auf der Stelle
Spricht dagegen
- Mit 12,6 Kilogramm kein Leichtgewicht
- Spitze Bauform verlangt am Anfang etwas Gewöhnung
- Kickpad-Technik ist für Einsteiger anspruchsvoll
- Deutlich teurer als ein Einsteigerset
- Die aktuelle Ausführung weicht von der von uns getesteten ab
- Wie lang ist das Cruise 10'8?
- 325 Zentimeter bei 83,5 Zentimetern Breite.
- Wie viel trägt es?
- Bis 130 Kilogramm.
- Wie lange dauert das Aufpumpen?
- In unserem Test rund 6 Minuten mit der beiliegenden Doppelhubpumpe.
- Ist Zubehör dabei?
- Ja, Paddel, Pumpe, Leash, Kajaksitz, Rucksack, Handyhülle und Reparaturset.
Video zum Bluefin Cruise
Was das Bluefin Cruise technisch ausmacht

Das Board ist 15 Zentimeter dick, also 6 Zoll. Dünnere Bretter mit 10 Zentimetern biegen in der Mitte durch, was die Fahreigenschaften verschlechtert und dafür sorgt, dass die Füße nass werden. Die dickere Bauweise nimmt mehr Luft auf und liefert damit mehr Auftrieb und Kippstabilität.
Gefertigt ist die Hülle im Drop-Stitch-Verfahren mit verschmolzenem PVC. Bluefin gibt an, die höchste Stichdichte am Markt zu verwenden. Nachprüfen lässt sich das nicht, die Steifigkeit auf dem Wasser bestätigt den Anspruch aber.

Im Belastungstest gibt das Board nur wenig nach. Das merkt man beim Paddeln unmittelbar: Der Kraftaufwand landet im Vortrieb statt im Durchbiegen des Bretts.

Das EVA-Deckpad hat eine Krokodilstruktur mit tiefem Profil und deckt einen großen Teil der Standfläche ab. Der Grip ist auch nass sehr gut. Am Heck sitzt ein Kickpad, das bei Allround-Boards selten ist: Wer mit einem Fuß darauf tritt, verlagert das Gewicht nach hinten und dreht das Board fast auf der Stelle.
Neun D-Ringe verteilen sich über das Board, vier davon zentral für den Kajaksitz. Vorne liegt ein Gepäcknetz für einen Drybag, dazu kommen ein zentraler Tragegriff, der zugleich als Paddelhalter dient, sowie je ein Griff an Bug und Heck für das Tragen zu zweit. Im Bugbereich sitzt eine Halterung für gängige Actioncams.
Die Bewertung im Einzelnen
Technische Daten
Fahreigenschaften

Auf Seen, Kanälen und langsam fließenden Flüssen liegt das Board ruhig. Die Breite von 83,5 Zentimetern gibt Anfängern die nötige Kippstabilität, die spitz zulaufende Nose sorgt dafür, dass es trotzdem Fahrt aufnimmt. Das ist der Kompromiss, den viele Allrounder nicht hinbekommen.

Drei Finnen halten die Spur: zwei fest angebrachte Seitenfinnen und eine abnehmbare Hauptfinne, die über ein Smart-Lock-System in Sekunden sitzt. Die harten Kanten sind das, was uns am meisten überzeugt hat. Sie greifen im Wasser und machen enge Wendungen möglich, wie man sie sonst von festen Boards kennt.
Für lange Touren ist das längere Cruise 12 die bessere Wahl, es hält die Spur besser und muss seltener die Paddelseite wechseln. Für alles andere ist das 10'8 der sinnvollere Zuschnitt.
Das ist im Karton
- Bluefin Cruise 10'8 Board
- Dreiteiliges Fiberglas-Paddel
- Zweites Paddelblatt für den Kajakbetrieb
- Kajaksitz
- Doppelhubpumpe
- Coiled Leash
- Rucksack mit gepolsterten Schultergurten
- Wasserdichte Handyhülle
- Abnehmbare Hauptfinne mit Smart-Lock
- Reparaturset mit farblich passenden PVC-Patches
- Bedienungsanleitung
Das ist nicht dabei
- Schwimmweste
- Drybag
- Ersatzfinne
- Elektrische Pumpe
Das Set ist der eigentliche Grund, warum das Board seinen Preis wert ist. Das Paddel besteht aus Fiberglas statt aus Aluminium, wiegt dadurch deutlich weniger, schwimmt und lässt sich in drei Teile zerlegen. Eingestellt wird es bis 2,15 Meter, das reicht für Körpergrößen bis etwa 1,95 Meter. Mehr zur Auswahl steht im SUP Paddel Test.
Die beiliegende Doppelhubpumpe pumpt beim Runterdrücken und beim Hochziehen. Bis etwa fünf bis sieben psi lohnt der Doppelhubmodus, danach schaltet man auf Einzelhub um. Wir waren so in rund 6 Minuten fertig.
Die Leash ist eine Coiled Leash, also im Grundzustand aufgerollt. Sie kann sich dadurch nicht an Pflanzen oder Felsen verhaken und streckt sich erst beim Sturz auf volle Länge, warum das die sicherere Bauart ist, steht hier. Der Rucksack hat innen einen Gurt, der das gerollte Board fixiert und damit näher an den Rücken zieht.
Vorteile und Nachteile
Spricht dafür
- Sehr steife Hülle bis 28 psi
- Fünf Jahre Garantie
- Vollständiges Zubehörpaket
- Fiberglas-Paddel mit zweitem Blatt
- Kajaksitz bereits enthalten
- Kickpad für enge Wendungen
- Neun D-Ringe und Gepäcknetz
- Actioncam-Halterung ab Werk
Spricht dagegen
- 12,6 Kilogramm Tragegewicht
- Höherer Preis als Einsteigersets
- Kickpad-Technik braucht Übung
- Spitze Nose verlangt Gewöhnung
- Getestet wurde der Vorgängerjahrgang
- Keine elektrische Pumpe im Set
Alternativen zum Bluefin Cruise 10'8
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die Modellvariante prüfen. Unter dem Namen Cruise laufen das 10'8, das Cruise 12, ein Tandem, ein Junior und eine Carbon-Version. Länge und Zielgruppe unterscheiden sich erheblich, die Bezeichnung Cruise allein sagt nichts über die Größe.
Auf den Jahrgang achten. Angebote zum Baujahr 2020 und zur aktuellen Evolution-Serie laufen parallel. Das ältere Modell wird teils als Importware zu höheren Preisen gelistet als das neue, ein Blick auf Anbieter und Beschreibung lohnt sich.
Das Gewicht einplanen. 12,6 Kilogramm plus Zubehör landen im Rucksack. Wer weite Wege zum Wasser hat, sollte das vorher einmal probeweise tragen, Tipps zum Transport stehen hier.
Die Garantie registrieren. Die fünf Jahre sind ein echtes Argument, greifen aber nur mit Kaufbeleg. Rechnung und Seriennummer gleich nach dem Kauf ablegen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Aufpumpen des Bluefin Cruise?
Mit der beiliegenden Doppelhubpumpe haben wir rund 6 Minuten gebraucht. Bis etwa fünf bis sieben psi im Doppelhubmodus pumpen, danach auf Einzelhub umschalten.Wie viel Druck verträgt das Board?
Empfohlen sind 15 bis 18 psi. Die Hülle hält nach Herstellerangabe bis 28 psi aus, ausreizen muss man das nicht.Ist das Bluefin Cruise für Anfänger geeignet?
Ja. Mit 83,5 Zentimetern Breite bietet es genug Kippstabilität für die ersten Fahrten und ist gleichzeitig schnell genug, dass man es nach dem ersten Sommer nicht ersetzen muss.Kann man das Board als Kajak nutzen?
Ja. Der mitgelieferte Kajaksitz wird an den vier zentralen D-Ringen befestigt, das zweite Paddelblatt macht aus dem Stechpaddel ein Doppelpaddel.Welche Traglast hat das Bluefin Cruise 10'8?
Bis 130 Kilogramm. Das reicht für schwerere Paddler und auch für eine gemeinsame Fahrt mit Kind oder Hund. Ein Vergleich mit anderen Modellen steht im SUP Board Test.Wozu dient das Kickpad am Heck?
Wer mit einem Fuß auf das erhöhte Pad tritt, verlagert das Gewicht nach hinten, die Nose hebt sich und das Board dreht fast auf der Stelle. Das braucht Übung, spart aber viele Paddelschläge.Wie lange gilt die Garantie?
Bluefin gibt fünf Jahre auf das Board. Das ist im Feld der aufblasbaren SUP-Boards ungewöhnlich lang.Lohnt sich das Bluefin Cruise?
Das Cruise 10'8 trifft den Mittelweg, an dem die meisten Allrounder scheitern: kippstabil genug für den ersten Sommer, steif und spitz genug, um danach nicht zu langweilen.
Wer vor allem lange Strecken fahren will, greift zum Cruise 12. Wer erst einmal möglichst wenig ausgeben möchte, findet Einstiegsmodelle im Test der günstigen SUP Boards, muss dort aber beim Zubehör deutliche Abstriche machen.




