Das Freein SUP ist ein aufblasbares Cruiser-Board, das als Komplettset ausgeliefert wird: 320 Zentimeter in der langen Ausführung, 305 Zentimeter in der kurzen, jeweils 15 Zentimeter dick und mit 8,5 beziehungsweise 8,1 Kilogramm leicht zu tragen.
Der Zuschnitt liegt zwischen Allrounder und Touring Board. Etwas schmaler als der Durchschnitt, mit spitzer Nose und einem 2+1-Finnensetup, dessen Mittelfinne über eine vereinfachte US-Box abnehmbar ist.
Wir haben das blaue 10’6-Modell gepaddelt, aufgepumpt und das komplette Zubehörpaket durchgesehen. Die Bilder in diesem Beitrag stammen aus unserem eigenen Test.

Freein SUP 10'6
Für Einsteiger, die von Anfang an im Sitzen und im Stehen paddeln wollen, ohne zwei Ausrüstungen zu kaufen.
Spricht dafür
- Kajaksitz und zweites Paddelblatt liegen bei
- Coiled Leash statt einfacher Leine
- Ventiladapter für Fremdpumpen im Set
- Doppelt strukturiertes Deckpad mit sehr gutem Grip
- Dreilagig verstärkte Rails
- Actioncam-Halterung ab Werk
- 8,5 Kilogramm Tragegewicht
- In fünf bis sieben Minuten aufgepumpt
Spricht dagegen
- Einlagige Außenhülle, entsprechend weniger steif als Doppellagenboards
- Angegebene Traglast von 130 Kilogramm ist zu hoch gegriffen
- Paddel mit Aluminiumschaft, im Kajakbetrieb über ein Kilogramm schwer
- Schultergurte des Rucksacks sind dünn gepolstert
- Nicht mehr im deutschen Handel
- Wie lang ist das Freein SUP?
- 320 Zentimeter in der 10'6-Ausführung, 305 Zentimeter als 10'.
- Wie viel trägt es realistisch?
- Angegeben sind 130 Kilogramm, für sauberes Gleiten sind rund 90 Kilogramm die sinnvolle Grenze.
- Wie lange dauert das Aufpumpen?
- Fünf bis sieben Minuten mit der beiliegenden Doppelhubpumpe.
- Ist ein Kajaksitz dabei?
- Ja, dazu ein zweites Paddelblatt für den Doppelpaddelbetrieb.
Video zum Freein SUP
Bauweise

Das Freein hat ungefähr die Grundfläche eines Standard-Allrounders, ist aber etwas schmaler geschnitten. Das kostet einen kleinen Teil der Kippstabilität und bringt dafür spürbar mehr Tempo. Die 15 Zentimeter Dicke liegen im üblichen Bereich und sorgen für ausreichend Auftrieb. Wie sich dieser Zuschnitt im direkten Vergleich mit dem Tigerxbang SUP 10'6 schlägt, zeigt unser separater Test.
Die Außenhülle ist grundsätzlich einlagig, nur die Rails, also die Seitenflächen, sind dreilagig verstärkt. Das ist der Kompromiss, der den niedrigen Preis erst möglich macht: leicht und für den Alltag robust genug, aber nicht so steif wie ein durchgehend doppellagiges Board.

Das 2+1-Finnensetup ist die häufigste Anordnung bei Allround-Boards. Zwei feste Seitenfinnen, dazu eine abnehmbare Mittelfinne in einer vereinfachten US-Box. Das Ergebnis ist ein Board, das sich leicht drehen lässt und viel Grundstabilität bietet. Der Geradeauslauf ist dafür etwas schlechter als bei einer einzelnen großen Finne.
Zum Volumen macht der Hersteller keine Angaben. Verglichen mit ähnlich gebauten Boards dürfte das 320er zwischen 280 und 290 Litern liegen, das kürzere rund 30 Liter darunter.
Die Spitze ist nach oben gezogen, ein sogenannter Noserocker. Sie taucht dadurch bei kabbeligem Wasser nicht ein, sondern gleitet über die Wellen.
Die Bewertung im Einzelnen
Technische Daten
Traglast

Angegeben sind 286 Pfund, also 130 Kilogramm. Diese Zahl ist die absolute Obergrenze, nicht der Bereich, in dem das Board gut fährt.
Realistisch liegt das sinnvolle Maximum beim 320er bei rund 90 Kilogramm, beim kürzeren 305er bei 75 bis 80 Kilogramm. Ein paar Kilo mehr fallen kaum auf, deutlich mehr macht das Board instabil und kostet Gleitleistung. Das ist der Punkt, an dem wir dem Hersteller widersprechen.
Einsatzgebiete und Fahreigenschaften

Das Freein ist eine Mischung aus Allround- und Touring-Modell. Für Anfänger ist es leichter zu fahren als ein echtes Tourenboard und schneller als ein rundes Einsteigerbrett.
Der übliche Vorwurf gegen Cruiser lautet, sie seien weder Fisch noch Fleisch. Wir teilen ihn nicht. Die wenigsten Anfänger können auf Anhieb lange auf einem schmalen Board balancieren, und die wenigsten wollen zwei Boards im Keller stehen haben. Genau dafür ist dieser Zuschnitt gemacht.

Mit dem schmaleren Shape und der spitzen Nose hat das Board weniger Widerstand als breite Allrounder und eignet sich damit auch für mittlere und längere Strecken in ruhigem Tempo. Wer den ganzen Tag unterwegs sein will, ist mit einem echten Touring Board trotzdem besser bedient.
Beim Kauf entscheidet vor allem das eigene Gewicht: Das 320er gleitet besser und hält die Spur, das 305er dreht leichter.
Material und Verarbeitung

Die Hülle entsteht im Dropstitch-Verfahren, bei dem tausende Fäden Ober- und Unterseite verbinden. Darüber liegt eine einzelne Lage UV-beständiges PVC, die Seiten sind mit drei weiteren Lagen verstärkt. Das macht die Schale steif, aber eben nicht so steif wie eine durchgehende Doppellage.
Bei der Verarbeitung hat uns das Testboard positiv überrascht. Kanten, Klebenähte und Ventilsitz waren sauber, und die Bewertungen anderer Käufer decken sich mit diesem Eindruck. Es bleibt trotzdem ein Board der unteren Preisklasse, das an ein doppelt so teures nicht heranreicht.
Ausstattung am Board

- Deckpad. Große, zweigeteilte Standfläche aus rutschfestem EVA, kombiniert aus Diamantstruktur und Krokodilhautprägung. Der Grip ist sehr gut. Das Ventil sitzt ungewöhnlicherweise im hinteren Bereich des Pads, stört im Betrieb aber nicht.
- D-Ringe. Sieben freie D-Ringe, einer am Heck für die Leash, sechs auf dem Deckpad für den Kajaksitz. Dazu vier weitere für das Gepäcknetz, alle mit PVC-Flicken verstärkt.
- Trageschlaufe. Mittig am Board, mit Neoprenhülle und Klettverschluss, die zugleich als Paddelhalter dient und sich abnehmen lässt.
- Gepäcknetz. Vorn, flexibel gespannt, genug für Drybag und Proviant.
- Actioncam-Halterung. An der Nose, zum Einklicken oder Anschrauben.
Das ist im Karton

- Freein SUP Board
- Verstellbares Paddel, 160 bis 215 Zentimeter
- Zweites Paddelblatt für den Kajakbetrieb
- Kajaksitz
- Doppelhubpumpe mit Manometer
- Coiled Leash
- Rucksack
- Abnehmbare Mittelfinne (US-Box)
- Ventiladapter für Schrader-Pumpen
- Reparaturset mit zwei PVC-Flicken und Ventilschlüssel
Das ist nicht dabei
- Schwimmweste
- Drybag
- Elektrische Pumpe
Das Paddel. Ein Einsteigermodell mit Aluminiumschaft und Kunststoffblättern, verstellbar von 160 bis 215 Zentimeter. Als Stechpaddel wiegt es 855 Gramm, als Doppelpaddel 1070 Gramm, beides ist mehr als bei leichteren Paddeln aus Fiberglas oder Carbon. Die verschiebbaren Tropfringe halten das Wasser vom Griff fern.
Der Kajaksitz. Leicht gepolstert, in Sekunden an den sechs D-Ringen befestigt. Die Rückenlehne ist dünn, für eine Tagestour reicht der Komfort aber. Zusammen mit dem zweiten Paddelblatt wird aus dem SUP damit ein Kajak.

Die Pumpe. Eine Doppelhubpumpe mit Manometer. Wird der Widerstand zu groß, lässt sich über einen kleinen Stopfen im Gehäuse auf Einzelhub umstellen. In fünf bis sieben Minuten steht der Druck.
Die Leash. Eine Coiled Leash mit breiter, gepolsterter Manschette. Sie liegt im Ruhezustand aufgerollt am Board und streckt sich erst beim Sturz, kann sich also nicht an Pflanzen verhaken. In dieser Preisklasse selten, mehr dazu im SUP Leash Test.
Der Ventiladapter. Das unscheinbarste und praktischste Teil im Karton. Mit ihm lässt sich das Hochdruckventil an jede Pumpe mit Autoventil anschließen, etwa an eine kräftige Fußpumpe oder einen Kompressor.
Vorteile und Nachteile
Spricht dafür
- Kajaksitz und zweites Paddelblatt im Set
- Coiled Leash statt einfacher Leine
- Ventiladapter für Fremdpumpen
- Dreilagig verstärkte Rails
- Doppelt strukturiertes Deckpad
- Actioncam-Halterung ab Werk
- 8,5 Kilogramm Tragegewicht
- Fünf bis sieben Minuten Aufpumpzeit
- In zwei Längen und mehreren Farben erhältlich
Spricht dagegen
- Einlagige Außenhülle
- Traglast zu hoch angegeben
- Aluminiumpaddel statt Fiberglas
- Rucksackgurte dünn gepolstert
- Geradeauslauf schwächer als mit Einzelfinne
- Im deutschen Handel nicht mehr geführt
Alternativen zum Freein SUP
Diese Sets decken denselben Zweck ab, Stand Up Paddling und Kajakfahren mit einer Ausrüstung, und sind aktuell lieferbar.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die Traglast selbst nachrechnen. Herstellerangaben zur Traglast sind Höchstwerte, keine Empfehlungen. Als Faustregel taugt: rund zwei Drittel der angegebenen Zahl ist das Gewicht, bei dem ein Board noch sauber gleitet.
Ein- oder doppellagig. Einlagige Boards sind leichter und günstiger, doppellagige steifer und langlebiger. Wer viel und lange paddelt, merkt den Unterschied nach der ersten Saison, ein Vergleich steht im Test der aufblasbaren SUP Boards.
Länge nach Gewicht wählen. Unter 80 Kilogramm ist das kürzere Board wendiger, darüber führt kein Weg an der langen Ausführung vorbei.
Auf den Kajaksitz achten. Ein Sitz ohne die passenden D-Ringe am Board bringt nichts. Vier bis sechs D-Ringe rund um die Standfläche sind die Voraussetzung, sonst rutscht der Sitz.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Aufpumpen des Freein SUP?
Mit der beiliegenden Doppelhubpumpe fünf bis sieben Minuten. Bei steigendem Widerstand lohnt der Wechsel auf Einzelhub.Auf wie viel psi wird das Freein SUP aufgepumpt?
Empfohlen sind 14 bis 18 psi, der übliche Arbeitswert liegt bei 15 psi, also etwa einem Bar. Dass die Hülle 18 psi verträgt, spricht für die Qualität.Welche Größe ist die richtige, 305 oder 320 Zentimeter?
Das eigene Gewicht entscheidet. Ab etwa 75 bis 80 Kilogramm ist die 320er-Ausführung die richtige Wahl, sie gleitet auch besser und hält die Spur. Wer leicht ist und Wendigkeit sucht, nimmt das kürzere Board.Ist das Freein SUP für Anfänger geeignet?
Ja, mit einer Einschränkung: Es ist etwas schmaler als ein reiner Allrounder und verlangt daher ein paar Stunden Eingewöhnung. Danach gleitet es deutlich besser als ein Anfängerbrett.Kann man mit dem Freein SUP Kajak fahren?
Ja. Kajaksitz und zweites Paddelblatt liegen bei, der Sitz wird an sechs D-Ringen befestigt. Weitere Modelle mit dieser Funktion stehen im Test der SUP Doppelpaddel.Stimmt die angegebene Traglast von 130 Kilogramm?
Als absolute Grenze ja, als Empfehlung nein. Für sauberes Gleiten sind rund 90 Kilogramm beim 320er das sinnvolle Maximum.Gibt es das Freein SUP noch zu kaufen?
Im deutschen Handel wird es nicht mehr geführt. Gebraucht taucht es regelmäßig auf, aktuelle Sets mit Kajaksitz stehen oben bei den Alternativen.Lohnt sich das Freein SUP?

Freein SUP 10'6
Das Freein macht das, was ein günstiges Komplettset machen soll: Es bringt einen ohne Nachkauf aufs Wasser, im Stehen wie im Sitzen. Deckpad, Coiled Leash und Ventiladapter sind Details, die in dieser Klasse selten sind.
Die einlagige Hülle und das schwere Aluminiumpaddel sind der Preis dafür. Wer mehr Steifigkeit will, findet sie bei den doppellagigen Boards, zahlt dafür aber deutlich mehr.




