Das Sevylor Pointer K2 ist das sportlichste aufblasbare Kajak im Programm der Marke: rund 440 Zentimeter lang, 85 Zentimeter breit und für zwei Paddler ausgelegt. Es ist damit deutlich länger als die meisten Schlauchkajaks in dieser Klasse und entsprechend schneller unterwegs.
Der Aufbau ist der klassische Sevylor-Sandwich: eine Nylonhülle außen, herausnehmbare PVC-Kammern innen, dazu ein Stegluftboden und ein gewebeverstärkter Rumpfboden. Diese Bauweise macht das Boot steif genug für zügiges Paddeln, kostet aber Gewicht.
Was das K2 von günstigeren Zweiern abhebt, ist die Ausstattung: Spritzdecken und Manometer liegen bei, die Sitze und Fußstützen sind verstellbar, die Seitenkammern lassen sich austauschen. Die Kehrseite steht weiter unten im Abschnitt zur Verarbeitung, und sie wiegt schwer.
Ein schnelles Tourenkajak für zwei, dessen Ausstattung in der Klasse einzigartig ist. Wer es kauft, sollte den Druck penibel einhalten.
Spricht dafür
- Mit rund 440 Zentimetern eines der längsten aufblasbaren Zweier
- Spritzdecken für Bug und Heck serienmäßig
- Manometer im Lieferumfang, wichtig für den richtigen Druck
- Verstellbare Sitze mit Rückenlehne und verstellbare Fußstützen
- Seitenkammern herausnehmbar und einzeln ersetzbar
- Guter Geradeauslauf durch Länge, Spurprofil und Steckfinne
- Reichlich Stauraum hinter dem hinteren Sitz
Spricht dagegen
- Wiederkehrende Berichte über aufgeplatzte Schweißnähte
- Reparatur der Innennähte beim Hersteller nicht möglich
- Für ältere Boote gibt es keine Ersatzkammern mehr
- Mit rund 21 Kilogramm schwer
- Die Nylonhülle saugt sich voll und trocknet langsam
- Spritzdecken halten Wasser nur bedingt ab
- Wie lang ist das Sevylor Pointer K2?
- Rund 440 Zentimeter bei 85 Zentimetern Breite. Einzelne Händler geben 434 mal 88 Zentimeter an.
- Wie viel wiegt es?
- Rund 21 Kilogramm, damit ist es nur noch zu zweit bequem zu tragen.
- Wie viel trägt es?
- 180 Kilogramm insgesamt, also zwei Erwachsene plus wenig Gepäck.
- Ist Zubehör dabei?
- Spritzdecken, Manometer, Finne und Transporttasche. Paddel und Pumpe fehlen.
Bauweise und Einsatzgebiet
Das Pointer K2 ist als Tourenboot gedacht, nicht als Badeinsel. Der schlanke Rumpf mit angeschweißtem Spurprofil und die einsteckbare Finne sorgen dafür, dass das Boot Kurs hält, statt bei jedem Schlag zur Seite zu ziehen.
Das Revier reicht von Binnenseen über ruhige Flüsse bis zu zügig fließenden Abschnitten mit Hindernissen. Für Wildwasser im eigentlichen Sinn ist es nicht gebaut, aber es ist deutlich agiler als ein breites Freizeitkanu.
Der luftgefüllte Süllrand und die Spritzdecken an Bug und Heck sind der Grund, warum das Boot auch bei Wellengang und Spritzwasser noch angenehm zu fahren ist. In dieser Preisklasse liegen Spritzdecken sonst praktisch nie bei.
Für längere Touren ist genug Platz da: Hinter dem hinteren Paddler lässt sich Gepäck verstauen, auf dem Bug halten Gummiseile das fest, was während der Fahrt erreichbar bleiben soll. Wer bei kühlem Wetter unterwegs ist, findet die passende Bekleidung im Trockenanzug Test und bei den Kajak Jacken.
Die Bewertung im Einzelnen
Technische Daten
Fahreigenschaften
Auf dem Wasser merkt man die Länge sofort. Jeder Paddelschlag trägt weiter als auf einem 330-Zentimeter-Boot, und das Kajak hält den Schwung zwischen den Schlägen deutlich länger. Auf einer Tagestour macht das den Unterschied zwischen ankommen und kämpfen.
Der Geradeauslauf ist gut, selbst mit Gepäck an Bord. Das angeschweißte Spurprofil am Rumpf und die Steckfinne arbeiten zusammen, sodass man nicht ständig gegensteuern muss. Enge Kurven brauchen dafür mehr Schläge als bei einem kurzen Freizeitboot.
Die Kippstabilität ist trotz der schlanken Bauweise ordentlich. 85 Zentimeter Breite sind für ein sportliches Boot noch viel, sodass auch Einsteiger ohne Balancetraining zurechtkommen. Die tiefe Sitzposition hilft zusätzlich.
Genau diese tiefe Sitzposition ist der Grund, warum das Boot zum Angeln nicht taugt. Wer dafür ein Boot sucht, findet die passenden Modelle im Angelkajak Test.
Material und Verarbeitung
Der Rumpf besteht aus mehreren Lagen: außen eine Nylonhülle, darin herausnehmbare PVC-Seitenkammern und ein Luftboden in Stegkonstruktion, unten ein gewebeverstärkter Boden aus Tarpaulin. Ein Loch in einer PVC-Kammer ist damit einfach zu flicken, und die Kammer selbst lässt sich im Zweifel komplett tauschen.
Das ist die gute Seite. Die schlechte betrifft die Schweißnähte der Kammern. Über die Jahre haben mehrere Käufer berichtet, dass sich diese Nähte gelöst haben, teilweise so stark, dass das Boot verformt und nicht mehr fahrbar war. Der Hersteller konnte solche Schäden nicht reparieren, weil die betroffenen Nähte nur in der Produktion zugänglich sind.
Ein Käufer berichtete außerdem, dass die Schläuche bei ihm dreimal auf Kulanz getauscht wurden und die Nähte trotzdem wieder aufplatzten. Für ältere Boote sind Ersatzkammern nach Angaben von Kunden nicht mehr erhältlich.
Praktisch heißt das: Der vorgegebene Druck ist bei diesem Boot keine Empfehlung, sondern Pflicht. 0,1 bar in den Seitenkammern, 0,06 bar im Boden, und das Boot nie voll aufgeblasen in der Sonne liegen lassen. Dafür liegt das Manometer bei.
Ein zweiter Punkt aus der Praxis: Die Nylonhülle saugt sich mit Wasser voll und wird klamm. Vor dem Zusammenlegen muss sie durchtrocknen, sonst riecht das Boot beim nächsten Auspacken.
Ausstattung im Detail
- Spritzdecken. An Bug und Heck serienmäßig. Sie halten Spritzwasser weitgehend ab, sind nach Kundenberichten aber nicht vollständig dicht.
- Sitze. Zwei verstellbare Sitze mit Rückenlehne, herausnehmbar.
- Fußstützen. Verstellbar, damit die Kraft aus den Beinen tatsächlich ins Paddel geht.
- Gummiseile auf dem Bug. Für Kleinigkeiten, die während der Fahrt erreichbar bleiben sollen.
- Tragegriffe. Vorne und hinten, zum Ein- und Aussetzen und zum Umtragen.
- Ventile. Boston, Mini-Boston und Doppelverschluss. Einfacher gebaut als Federventile, in der Bedienung genauso unkompliziert.
- Süllrand. Luftgefüllt, gibt dem Cockpit Form und hält Wasser draußen.
Lieferumfang
- Sevylor Pointer K2 mit Nylonhülle
- Herausnehmbare PVC-Seitenkammern und Luftboden
- Zwei verstellbare Sitze mit Rückenlehne
- Verstellbare Fußstützen
- Spritzdecken für Bug und Heck
- Abnehmbare Richtungsfinne
- Manometer
- Transporttasche
Das ist nicht dabei
- Paddel
- Luftpumpe
- Schwimmweste
- Drybag
Das Manometer ist bei diesem Boot mehr als eine Dreingabe. Weil der zulässige Druck niedrig ist und ein Überdruck genau die Nähte belastet, die ohnehin die Schwachstelle sind, gehört es bei jedem Aufbau in die Hand.
Stärken und Schwächen
Spricht dafür
- Eines der längsten aufblasbaren Zweier-Kajaks
- Spurprofil und Finne halten sauber Kurs
- Spritzdecken serienmäßig
- Manometer im Set
- Verstellbare Sitze und Fußstützen
- Seitenkammern einzeln herausnehmbar
- Viel Stauraum für Tagestouren
- Kippstabil trotz schlanker Bauweise
Spricht dagegen
- Berichte über aufgeplatzte Schweißnähte
- Innennähte beim Hersteller nicht reparierbar
- Keine Ersatzkammern für ältere Boote
- Rund 21 Kilogramm, alleine kaum zu tragen
- Nylonhülle trocknet langsam
- Spritzdecken nicht vollständig dicht
- Kein Paddel und keine Pumpe im Set
- Zum Angeln ungeeignet
Alternativen
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Den Druck ernst nehmen. 0,1 bar in den Seitenkammern und 0,06 bar im Boden sind Obergrenzen, keine Richtwerte. Da die Nähte die bekannte Schwachstelle des Bootes sind, entscheidet der sorgfältige Umgang mit dem Manometer über die Lebensdauer.
Das Gewicht einplanen. Mit rund 21 Kilogramm und 90 Zentimetern Packmaß ist das Boot kein Begleiter für Fahrrad oder Fußweg. Im Kofferraum eines Kombis oder im Wohnmobil ist es dagegen problemlos unterzubringen.
Traglast gegen den Bedarf rechnen. 180 Kilogramm sind für ein Boot dieser Größe knapp bemessen. Zwei Erwachsene mit Ausrüstung liegen schnell darüber. Wer mehr Reserve braucht, nimmt den Yukon mit 210 Kilogramm.
Solo oder zu zweit entscheiden. Wer meistens alleine fährt, ist mit dem kürzeren Sevylor Pointer K1 besser bedient. Er ist leichter, schneller aufgebaut und einfacher zu transportieren.
Häufige Fragen
Für wie viele Personen ist das Sevylor Pointer K2 ausgelegt?
Für zwei Erwachsene. Wer alleine paddelt, findet im Pointer K1 das passende Einerboot derselben Bauart.Mit welchem Druck wird das Pointer K2 aufgepumpt?
Die Seitenkammern mit 0,1 bar, die Bodenkammer nur mit 0,06 bar. Das mitgelieferte Manometer sollte dabei immer zum Einsatz kommen, weil Überdruck genau die Nähte belastet, die bei diesem Modell die Schwachstelle sind.Sind Paddel und Pumpe im Lieferumfang?
Nein. Enthalten sind Spritzdecken, Manometer, Finne und Transporttasche. Paddel und Luftpumpe müssen dazugekauft werden.Kann man das Boot aufgeblasen lagern?
In der Paddelpause ja, aber niemals prall aufgeblasen in der Sonne. Wärme erhöht den Druck in den Kammern deutlich. Für eine längere Pause lässt man etwas Luft ab und legt das Boot in den Schatten.Gibt es Ersatzteile für das Sevylor Pointer K2?
Ersatzkammern, Sitzflächen und Ventile sind im Handel erhältlich. Für ältere Baujahre berichten Kunden allerdings, dass keine passenden Kammern mehr lieferbar waren.Eignet sich das Pointer K2 zum Angeln?
Nein. Die Sitzposition liegt tief im Boot, das Hantieren mit Rute und Kescher ist damit unbequem. Passende Modelle stehen im Angelkajak Test.Wie pflegt man das Boot?
PVC lässt sich abwischen, für stärkere Verschmutzung gibt es Schlauchbootreiniger. Wichtig ist vor allem, die Nylonhülle vor dem Zusammenlegen vollständig trocknen zu lassen, weil sie sich sonst festsetzende Feuchtigkeit einpackt.Lohnt sich das Sevylor Pointer K2?
Auf dem Wasser ist das Pointer K2 das beste Boot in dieser Übersicht: lang, schnell, spurtreu und mit einer Ausstattung, die sonst kein Schlauchkajak dieser Klasse mitbringt. Wer regelmäßig längere Strecken zu zweit paddelt, bekommt hier genau das passende Boot.
Die Berichte über aufgeplatzte Nähte lassen sich aber nicht wegdiskutieren, und sie treffen ein Boot im oberen Preisbereich. Wer das Risiko nicht eingehen will, findet in den aufblasbaren Kajaks robustere Alternativen, muss dafür allerdings auf Länge und Spritzdecken verzichten.





